Friday, 19. february 2010 5 19 /02 /Feb. /2010 09:05
Jedem dürfte die jüngste Auseinandersetzung zwischen dem US IT – Konzern Google Inc. und der chinesischen Regierung bekannt sein.
Im Januar warf Google China vor, dass durch einen Hackerangriff am 12. Januar ein versuchter Zugriff auf Daten von Menschenrechtsaktivisten durchgeführt wurde. Unterschwellig wurde die Behauptung aufgeworfen, dass die chinesische Regierung dahinter stehe. Rückendeckung erhielt Google durch die US Außenministerin Hillary Clinton, welche die Unfreiheit im chinesischen Internet monierte. Gleichzeitig suchte sich der US Konzern Schützenhilfe beim größten Lauschdienst der Welt, der National Security Agency (NSA). Diese und andere Spezialisten in der digitalen Forensik versuchen nun schon seit dem Angriff die Quelle zu finden.
Viele Zweifler, dass die chinesische Regierung dahinter stecke, gab es von an Beginn. Nun brachte die New York Times gestern einen Aufmacher in dem es heißt, dass nicht die Regierung, sondern Schüler Google gehackt und US Unternehmen ausspioniert hätten.
Diese sollen aus der Shanghai Jiaotong University und der Lanxiang Berufsschule kommen und eine Sicherheitslücke in Microsofts Internet Explorer Web-Browser genutzt haben. Diese Lücke war unter Experten schon seit langem bekannt. Gemunkelt wurde in diesem Zusammenhang, dass die US Regierung eine solche Lücke gefordert hätte, um bei Erfordernis selbst tätig werden zu können.
Wie die New York Times weiter berichtet, sollen die Untersuchungen von Computern an den beiden Schulen Hinweise gebracht haben, dass die Angriffe bereits vor 10 Monaten begannen. Bisher war man bei der Suche nur bis zu Servern in Taiwan vorgedrungen.

Die Jiaotong- Universität besitzt einen der Spitzen-Computer in China welcher bei den naturwissenscha Jiangtong-Uni.gif ftlichen Studiengängen eingesetzt wird, so die Zeitung. Die Studenten der Shanghaier Uni hatten erst vor wenigen Wochen den durch IBM ausgerufenen internationalen Wettbewerb "Battle of the Brains" gewonnen und damit andere hochkarätige Universitäten auf die Plätze verwiesen.
Der Parteichef der Jiaotong-Universität Liu Yuxiang sagte zu der Veröffentlichung, dass ihm bisher nicht bekannt sei, dass US Untersuchungen eine Spur zu seiner Uni gefunden hätten. Sollte es sich aber bestätigen, dann werde eine entsprechende eigene interne Untersuchung eingeleitet, so Liu. Ein führender Professor der Uni, welcher seinen Namen nicht veröffentlicht sehen will, hatte auf Nachfrage telefonisch gegenüber der New York Times mitgeteilt, dass ihn diese Situation, wenn sie
sich bestätigt, nicht überrasche. Für die Studenten sei das Eindringen in fremde Web-Sites ist ganz normal.
 
Lanxiang ist eine große Berufsschule, welche unter anderem Informatiker für das chinesische Militär ausbildet. Das hier installierte Computernetz wird durch ein dem chinesischen Suchmaschinenunternehmen Baidu nahe stehendes Unternehmen betrieben.
Zu dieser Berufsschule sind in den USA bereits Spekulationen im Umlauf, dass es sich um Tarnung für Regierungsoperationen handelt.



von Ingo
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