Was sich in der Stadt
Chengdu in der Provizn Sichuan derzeit abspielt, mutet einem Possenspiel an. Man könnte darüber schmunzeln, wäre es nicht ernst und zeigt böse Parallelen mit dem 19. Jahrhundert des kolonialen
Rasissmusses in China auf, welcher eigentlich lange überwunden schienen.
Da treibt es die Chengdu Hi-Tech Investment um, eine Tochter der Chengdu Hi-Tech Properties. Sie baut ein nur für westlich aussehende Ausländer geplantes
Wohnviertel.
Dieses steht im Zusammenhang mit der Chengdu High-Tech Industrie-
Entwicklungszone. In ihr befinden sich auch etliche Großekonzerne aus dem Westen mit dem dazugehörigen heimischen Firmenpersonal.
In den Arpartments der Tianfu International Community, im Südwesten von Chengdu, dürfen nach dem Vorhaben des Investors sich nur Ausländer niederlassen. Dabei sei aber nicht nur ein ausländischer Pass wichtig. Die Bewohner sollten auch westlich aussehen. Nicht einmal chinesischstämmige Ausländer bekommen Zutritt.
Das hier wirklich nur Westlern der Zutritt genehmigt wird zeigt sich auch in der Ausgrenzung ausländischer Pass-Inhaber und Bewohner von Hongkong, Macao und anderen
asiatischen Ländern wie Japan und Korea. Das bringt inzwischen berechtigter Weise die Chinesen in der Öffentlichkeit aber auch im Internet auf die Palme.
Regelrecht Öl ins Feuer goss ein Mitarbeiter der Marketingabteilung der Chengdu Heigh-Tech Investment Group mit Namen Wang,
indem er diese Maßnahme damit begründete, dass das Verbot für chinesische Mieter notwendig sei, um die "Reinheit" der internationalen Gemeinschaft zu gewährleisten. Mehr Ausgrenzung im eigenen
Land geht wohl kaum noch.
Die Nach
richtenagentur AFP wollte nach dem Bekanntwerden dieses Projektes durch die Global Times einen Verantwortlichen des Unternehmens
sprechen um nähere Informationen zu bekommen. Bisher ohne Erfolg, was eigentlich logisch ist.
In den chinesischen Medien scheint es auch schon zu köcheln. So fragte die China Daily nach was da los ist und der der Chef des Planungs- und Baubüros der
Chengdu High-Tech-Zone, Zheng Xiaoming meinte, dass diese Ausländer-Regel dazu diene, dass die Gemeinschaft wirklich International sei.
Die erste Phase der Entwicklung wird im Oktober abgeschlossen sein. Nach seiner Fertigstellung werden auf 20.000 Quadratmeter für 5.000 Menschen Wohnräume
angeboten. Desweiteren befindet sich in der Tianfu International Community eine Kirche, Schulen, Krankenhäusern und Spielplätze.
Wie die Global Times berichtet, bezeichnen die Bewohner von Chengdu diese Wohnenklave als rassistisch und sie erinnere an die ausländischen Konzessions-
Gebiete in mehreren chinesischen Städten nach dem Opium-Krieg Mitte der 1800er Jahre. Sie waren eines der mächtigsten Symbole des westlichen Kolonialismus.
Die Global Times zitiert mit Gao Song einen Bewohner von Chengdu, welcher das Projekt auf den Punkt bringt in dem er sagte: " Ich glaube, sie praktizieren"
Rassentrennung " indem sie Chinesen ausgrenzen".
Inzwischen wir dieses Vorhaben aber auch von Ausländern abgelehnt. So sagte der in Chengdu wohnende Ire Peter Goff, dass für ihn diese Siedlung nicht in Frage käme.
Er wohnt seit drei Jahren in China und fühle sich wohl bei seinen chinesischen Nachbarn.
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