Artikel teilen! Wenn China die Welt schockt, oder die globale Zukunftstechnologie liegt im Reich der Mitte: Laut nachgedacht hat wohl bisher keiner darüber, abe ...
Laut nachgedacht hat wohl bisher keiner darüber, aber was würde passieren, wenn „ seltene Erde „ plötzlich selten wird ?
Dann könnte sich die Welt darauf einstellen, dass für die Hightech-Industrien, wie beispielsweise der Handy- und Computer-Branche, die Luft dünn wird. Dann dürften wir wohl die Hybrid-Autos in die Ecke stellen und von Elektro- Autos nur noch träumen.
Nun kann es tatsächlich passieren, dass die für die genannten Bereiche die benötigte „ seltene Erde „ knapp wird. Der Grund ist ganz schlicht und einfach China.
Aber nicht weil China immer mehr an Neodym oder Lantha benötigt, sondern weil China die Welt zu 95 Prozent mit seltener Erde versorgt und somit ein unangefochtenes
globales Monopol hält.
Vor zwei Tagen berichtete bereits die Financial Times darüber. Inzwischen verdichten sich immer mehr die Meldungen, dass China tatsächlich den Hahn zudrehen könnte. Das wiederum steht im Zusammenhang mit einem schon länger existierenden Plan, dass die natürlichen Ressourcen des Landes selbst zu nutzen seien. So lassen Brancheninsider verlauten, dass es einen Entwurf des chinesischen Ministeriums für Industrie und Information - Technology gebe, welcher eine Quotierung der seltenen Erde für den Export vorsehe.
Ein solcher Schritt wurde in Wirtschaftskreisen schon länger befürchtet, aber man wagte es bisher nicht offen auszusprechen.
Sollte China den Export tatsächlich drosseln, dann könnten die Industrienationen zwar klagend vor die WTO ziehen, nur weiterhelfen würde das für den Augenblick nicht. Länder wie Australien, Kanada, Südafrika oder die USA, könnten zwar neue Lagerstätten erschließen, nur würde das wohl Jahre dauern und Hunderte von Millionen US Dollar verschlingen. Das wiederum würde wohl einen Kreislauf von Kostenexplosionen in Gang setzen, indem die Aufwendungen auf die Rohstoffpreise aufgeschlagen werden. Diese werden wiederum durch die Unternehmen auf die Endverbraucher umgelagert.
Stark betroffen von solch einem Szenarium sind vor allem die Autohersteller. Die Financial Times bringt es an Hand des Toyota Prius auf den Punkt. Allein im Akku eines einzigen Prius stecken ein Kilogramm Neodym und bis zu 15 Kilogramm Lanthan und je sparsamer die Hybridtechnik, desto mehr wird von den seltenen Rohstoffen benötigt.
Aber auch andere Bereich würden stark betroffen sein. Die seltenen wie Dysprosium, Terbium und Ytterbium werden nicht nur für Hybrid- und Elektroautos benötigt sondern auch in der schon genannten Handy- und Computerbranche aber auch in Windkraftanlagen oder solch profanen Sachen wie die Niedrig-Energie-Glühlampen.
Nun ist ja China selbst auf dem „ Trip „ seine „ grünen „ Wirtschaftbereiche massiv auszubauen. Erinnert sei in diesem Zusammenhang nur an die durch die beiden Autobauer Chery und BYD in Serienreife gehenden Elektro- Autos.
Damit ist es durchaus vorstellbar, dass China diese Ressourcen zunehmend selbst nutzen wird und sich damit logischer Weise einen Wettbewerbsvorteil sichert. Das würde aber auch dazu führen, dass viele derzeit laufende "grüne" Produkte und Projekte ins Chaos versinken.
Schon jetzt ist klar, dass auch bei Beibehaltung des chinesischen Exports, die Mengen dieser Rohstoffe nicht reichen werden. Im vergangenen Jahr hatte China laut
Financial Times 139.000 Tonnen der „ seltenen Erde „ auf dem Weltmarkt gebracht. Das waren 97 Prozent des Gesamtvolumens. In den vergangenen 10 Jahren war die weltweite Nachfrage um 20 Prozent
gestiegen. Wie die Financial Times weiter schreibt, dürfte schon 2015 der jährliche Bedarf die heutige Erzeugung um 40 000 Tonnen übertreffen. Somit sind die oben genannten Länder auch ohne
eine Exportreduzierung von Seiten Chinas verdammt, wieder Investitionen zu tätigen und der Verbraucher dürfte sich darauf einstellen, dass die Zeiten des permanenten Preisverfalles im High – Tech
Bereich zu Ende geht.
China stimmt uns jedenfalls schon einmal auf einen Wandel im Bereich der seltenen Rohstoffe ein. So teilte Zhao Shuanglian, der stellvertretende Vorsitzende der autonomen Region der Inneren Mongolei mit, dass die dort tätige Boutou Steel Rare Earth-High-Tech Co darüber nachdenke, die Preise für die „ seltene Erde „ zu erhöhen und nationale Reserven zu schaffen, denn diese Materialien sind für die militärische Nutzung genauso wichtig, wie für zivile.
Diese Aussage kann nicht deutlicher sein. Die japanischen Handelshäuser haben sehr wohl die Äußerung Zhaos als Warnung für eine Veränderung verstanden und nehmen es sehr ernst.
Japan ist der Weltweit größte Importeur dieser Rohstoffe, da deren Automobil- und High-Tech-Branchen Unmengen verschlingen. Aber die Quoten aus China erhöhen
sich nicht mehr, so dass man bereits auf geschmuggeltes oder illegal gewonnenes Material zur Deckung des Bedarfs angewiesen sei, dass berichtet zumindest The Australien.
Allein die innere Mongolei produziert etwa 75 Prozent der weltweit „Seltenen Erden“ und ist somit in der Lage, zu diktieren was mit der eigenen Produktion passiert.
Zu verschenken gibt es nichts und da diese Rohstoffe immer knapper werden und das eigene Land selbst immer mehr davon benötigt halten wir es einmal mit der schlichten Marktwirtschaftlichen Aussage: Die Nachfrage reguliert den Preis und der wird steigen. Bis wohin, dass wird die Zukunft und technologische Entwicklung zeigen.
Ein Szenario ist aber auch möglich, dass die Unternehmen welche mit dem Rückgang der seltenen Erde konfrontiert werden, ihre Fabriken nach China verlagern, um die Ausfuhrbeschränkung auf die kritischen Mineralien zu umgehen.
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