Wednesday, 15. july 2009
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Die Festnahme von vier Mitarbeitern der australischen Bergbaugesellschaft Rio Tinto in Shanghai schlägt immer höhere
Wellen. Ihnen wird Spionage, Bestechung und der Diebstahl von Staatsgeheimnissen vorgeworfen.
Inzwischen weitet es sich zu einem Politikum aus. So soll der chinesische Staatspräsident Hu Jintao persönlich das Vorgehen abgesegnet haben, was vehement dementiert wird.
Da sich die chinesischen Stahlunternehmen und der australische Minenkonzern in Preisverhandlungen befindet, vermuten westliche Medien, dass man mit dieser Verhaftung Druck auf Rio ausüben will, um
eine Preissenkung von über 33 Prozent zu erreichen, was Rio ablehnt.
Auch die gescheiterte Anteilserhöhung Chinalcos an Rio Tinto sitz noch tief. Der chinesische Konzern hatte trotz monatelangem Bemühen letztendlich einen Korb von Rio erhalten, welche nun mit dem
Konkurrenten BHP Billiton zusammenarbeitet.
Die Zeitung Sydney Morning Herald unterstellte China, dass hier inzwischen Geheimdienste und Sicherheitsbehörden verstärkt die Kontrolle über die chinesische Wirtschaft erlangen. Sie seien
inzwischen in den strategisch wichtigsten Positionen des Wirtschafts Apparates gerückt. Es zeichne sich eine Neuordnung der chinesischen Wirtschaft ab, so die Zeitung.
Dass das auch vor den eigenen Leuten wohl nicht halt macht, zeigen Meldungen, wonach auch in den Führungspitzen der chinesischen Stahlkonzerne ermittelt wird. Staatliche Medien Chinas berichteten,
dass Untersuchungen in fünf Staatsunternehmen im Zusammenhang mit der Rio Affäre liefen. So soll bereits gegen die Führungsetage der Stahlkonzerns Anshan Iron & Steel Group Untersuchungen
eingeleitet worden sein. Von dem Unternehmen verlautete, dass bisher noch kein Offizieller der Regierung direkt vorstellig geworden ist.
Anscheinend gehört zu den in das Visier geratenen Unternehmen auch der größte Stahlkonzern Chinas, die Baosteel Group Corp, sowie das Unternehmen Laigang Group und die Jigang Group. Weiter wurde
gemeldet, dass ein hoher Angestellter der Shougang Group verhaftet wurde.
Die Ermittlungen machen auch vor dem Dachverband, der China Iron & Steel Association, keinen Halt.
Interessant an diesem Sachverhalt ist, dass die Stahlunternehmen gegen deren Manager ermittelt wird, laut der Zeitung China Daily tatsächlich verquickt
sein könnten. So sollen auf den beschlagnahmten Computern der vier Rio-Manager vertrauliche Informationen der chinesischen Stahlindustrie gefunden worden. Viele Mitarbeiter der australischen
Eisenerzkonzerne haben zuvor bei Chinas Stahlwerken gearbeitet und würden diese gut kennen, schreibt die Zeitung. Weiter meldet China Daily, dass die Erzlieferanten Manager chinesischer
Stahlwerke mit Ferienreisen und Festen bestechen.
Beim Absturz der Air France Maschine im vergangenen Mai, sie war auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Paris, starben auch sechs Manager des Stahlwerks Benxi
sowie die Frau eines Vizegouverneurs. Das führte unter anderem zur Korruptionsermittlungen.
von Ingo
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