Artikel teilen! China verschafft der deutschen Wirtschaft Linderung: Chinas Premier Wen Jiabao hat es versprochen und gestern waren sie da. Ende Januar ...
Chinas Premier Wen Jiabao hat es versprochen und gestern waren sie da.
Ende Januar hatte der chinesische Premier während seiner Europa – Reise angekündigt, dass ihm im Februar eine Wirtschaftsdelegation folgen wird, welche auf der Suche nach Kontakten und Geschäften sind. Er hat sein Versprechen eingehalten und gestern wurden in Berlin auf dem Wirtschaftsforum des Asien-Pazifik-Ausschusses der deutschen Wirtschaft insgesamt 36 Liefer- und Kooperationsvereinbarungen mit einem Volumen von etwa 8 Mrd. Euro unterzeichnet.
Angeführt wurde die große chinesische Wirtschaftstruppe durch den Handelsminister Chen Deming.
Im Vorfeld wurde wieder einmal typisch für deutsche Nachrichtenblätter darüber spekuliert, dass wahrscheinlich sowieso nicht viel rum kommen wird. Auch die deutschen Wirtschaftsleute taumeln wie die Krise in Lethargie und mutmaßten Auftragwerte von höchstens 1,7 Mr. Euro und das Konjunkturpaket Chinas von rund 440 Mrd. Euro sei auch eher ein Tröpfchen.
Da stellt man sich ernsthaft die Frage, was wollen denn unsere deutschen Unternehmer noch in diesem globalen Kollaps ? Wo können denn derzeit überhaupt Millionen bzw. Milliarden – schwere Aufträge noch an Land gezogen werden ? Ein bisschen Bescheidenheit würde uns ganz gut zu Gesicht stehen und letztlich wurden die Schwarzseher widerlegt.
Die chinesische Delegation war noch nicht einmal in Deutschland angekommen, da meldete sich auch schon der Präsident der EU-Handelskammer in Peking, Jörg Wuttke und meint, dass China seinen heimischen Markt weiter öffnen müsse.
Was zeigt uns denn der Ausflug der Unternehmer ? Auf jeden Fall zeigt es, dass China keinen Protektionismus betreibt. Das erkennt auch unser Wirtschaftsminister Guttenberg, welcher von einem großen Moment in den deutsch-chinesischen Beziehungen sprach. Er begrüßte es, dass Chen Deming sich in den Gesprächen eindeutig für einen freien Welthandel und gegen Protektionismus ausgesprochen habe. Er sagte unter anderem, dass der Protektionismus die Weltwirtschaft nicht rette, er verschärft die Krise nur.
Klar ist, dass sie nicht auf Spendentour sind, sondern knallhart Geschäften nachgehen. Das sie sich dabei in einer äußerst komfortablen Situation befinden, liegt an dem Zusammenbruch der westlichen Wirtschaftsnationen.
Jetzt einmal ein Blick, was so abgelaufen ist. Der Konzern Thyssen Krupp hatte bereits beim Besuch des Premiers eine Technologie-Vereinbarung zum Transrapid unterzeichnet. Da dieser in Deutschland gestorben ist, bleibt für den Konzern nur noch China, oder er kann über kurz oder lang seine Unterlagen in den Schredder schieben.
Laut dem Asien-Pazifik-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft (APA) wurden auch Vereinbarungen in den Bereichen Automobil, Maschinenbau und Elektrotechnik unterzeichnet.
So wurden unter anderem Lieferverträge für Fahrzeuge oder Fahrzeugteile mit Audi, Volkswagen, Daimler und BMW zwischen chinesischen Unternehmen oder bereits existierenden Tochterfirmen unterzeichnet. Etwas besseres konnte unserer arg gebeutelten deutschen Autowirtschaft nicht passieren.
Siemens konnte sich Dank der Mobilfunkunternehmen China Mobile und China Unicom einen schweren Auftrag sichern.
Die Oerlikon Neumag hat Lieferungen von Textilmaschinen mit einem Partner in China vereinbart. Die SMS MEER GmbH liefert an Shandong Yankuang Light Alloy Co. Ltd. Strangpressen zur Herstellung von Aluminiumprofilen. Allein dieser Auftrag sichert den Arbeitern des deutschen Unternehmens die Jobs für die nächsten drei Jahre.
Die Waldrich GmbH-Coburg hat mit der China Shipbuilding & Offshore International Co. Ltd. einen Vertrag über strategische Zusammenarbeit unterzeichnet.
Letztlich muss man konstatieren, dass sich die deutsche Wirtschaft sich in der tiefsten Rezession seit Jahrzehnten befindet und durch die Auftragsflut aus China eine Linderung erfährt. Der chinesische Minister stellte weitere Abschlüsse in Aussicht, was will man mehr.
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