Sunday, 22. february 2009 7 22 /02 /Feb. /2009 15:29
Zwischen den beiden koreanischen Staaten haben die Spannungen in den letzten Wochen erheblich zugenommen und nehmen bedrohliche Ausmaße an.
Der verbale Schlagabtausch wurde von Seiten des nordkoreanischen Parlamentschef Kim Young-nam  in Richtung der südkoreanische Regierung geschickt.
Bei der Berichterstattung anlässlich des 67. Geburtstags des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-il hatte der Leiter des ständigen Ausschusses der nordkoreanischen Volksversammlung mitgeteilt, dass sein Land einen Kampf gegen die aggressive südkoreanische Regierung nicht  scheut und sich gegen die Wiedervereinigung ausspreche. Die Regierung in Seoul habe die innerkoreanischen Beziehungen in eine Sackgasse geführt, was in eine Katastrophe eines Nuklearkriegs führen könnte, so Kim Young-nam.
Das man diese Äußerungen ernst nehmen sollte,  zeigen die in letzter Zeit zugenommen Schießübungen der nordkoreanischen Küstenartillerie.
Wie von südkoreanischer Seite gemeldet wurde, wurden Waffenübungen Nordkoreas häufiger als früher beobachtet. Das südkoreanische Militär arbeite inzwischen an Maßnahmen, um gegenüber möglichen Überraschungsangriffen des Nachbarn im Westmeer vorbereitet zu sein.
Dazu gehört auch die Errichtung eines Kontrollzentrums für die Raketenabwehr. Der Aufbau hat bereits vor zwei Jahren begonnen und soll in 2012 komplett abgeschlossen sein. Die Investitionen belaufen sich nach Medienangaben auf etwa 200 Millionen US Dollar.
Weiterhin will Südkorea ein Frühwarnsystem errichten, welches Raketen in einer Entfernung von bis zu 1.000 Kilometern erfassen kann.




Auch wenn Südkorea seinen nördlichen Nachbarn nicht als Atommacht anerkennt, so werde man dennoch seine Sicherheitsstrategie neu gestalten, unter der Voraussetzung, dass Pjöngjang über Atomwaffen verfüge, so verlautete es aus Parlamentskreisen. Vom Tisch ist die Vermutung des Nuklearwaffenbesitzes in keinster Weise. Verschiedene Medien in Südkorea und anderen Ländern berichten seit einiger Zeit über die Vorbereitung Nordkoreas auf einen neuen Raketentest. Experten hätten erkennen können, dass die Vorbereitungen auf einen Raketentest auf Hochtouren liefen, heißt es. Nordkorea werde höchstwahrscheinlich eine Langstreckenrakete des Typs Taepodong-2 testen, hieß es weiter.
Es werden inzwischen Stimmen laut, welche die Seouler Regierung auffordern, neue Maßnahmen für einen Durchbruch in den stagnierenden innerkoreanischen Beziehungen voranzutreiben.
Angeheizt wird die Situation auch durch die anhaltenden Flugblattaktionen von südkoreanischen Bürgerverbänden gegen Nordkorea. So soll der Verband der Angehörigen der nach Nordkorea entführten Südkoreaner und die Organisation nordkoreanischer Flüchtlinge in Paju, nahe der Grenze zum Norden, 20.000 Flugblätter und etwa 40 nordkoreanische 5.000 Won-Noten per Luftballons verschickt haben. Anlass war der Geburtstag des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-il. Die Bürgerverbände ignorierten damit die wiederholten Warnungen des eigenen Vereinigungsministeriums und der Polizei. Die Flugblattaktion hatten die Verbände Ende letzten Jahres unterbrochen.

von Ingo
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