Tuesday, 10. february 2009 2 10 /02 /Feb. /2009 21:19

China hat ein riesen Problem zu bewältigen und das sind die Millionen von Wanderarbeitern, welche nun nach dem Ende des chinesischen Neujahrsfestes wieder auf Arbeitsuche sind. Nur es gibt immer weniger Arbeit und das lässt die Arbeitslosenrate auf jetzt schon mindestens 20 Millionen Wanderarbeitern steigen, so vorsichtige Schätzungen aus China. Sollte die Zahl in etwa stimmen, wäre das ein Sechstel aller 130 Millionen Wanderarbeiter. Die Zahl der Erwerbslosen dürfte weiter stiegen und mit Ende dieses Jahres zwischen 25 und 30 Millionen liegen, denn offizielle Statistiken sprechen von einer Zunahme von Arbeitssuchenden von 6 bis 7 Millionen pro Jahr.

Die Frage die sich stellt ist schlicht und einfach: Was werden die Wanderarbeiter, die ihre Jobs verloren haben, nach ihrer Rückkehr in die Heimat tun, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen? Dazu kommt die durch die Dürre äußerst angespannte Lage in vielen nördlichen Provinzen. So gibt es für die Rückkehrer nicht einmal Arbeit in der Landwirtschaft.

Wie viel werden überhaupt in der nächsten Zeit zurückkehren ? Viele Wanderarbeiter konnten sich bereits jetzt schon aus Geldmangel nicht einmal eine Fahrkarte zur Rückreise zum Neujahrsfest leisten. Was passiert mit den Dörfern und Gemeinden, mit den dort wohnenden Menschen, wenn ihre Angehörigen in den Metropolen und Industrieregionen ihren Job verlieren und kein Geld nach Hause überweisen können ? Für viele Familien der ländlichen Gebiete, sind es oftmals die einzig nennenswerten Einkünfte die sie haben.

Diese Gemengenlage lässt die Regierung befürchteten, dass die zunehmende Zahl von arbeitslosen Wanderarbeitern zu einem Unruheherd heranwächst, welcher immer weniger kontrollierbar werden würde. So wird schon einmal Vorbeugend in Richtung der Provinzregierungen angemahnt, dass man  aufkeimende Proteste unbedingt friedlich beilegen sollte.

Vielen Arbeitslosen scheint klar zu sein, dass nicht die Regierung für die angespannte Situation verantwortlich ist, aber sie erwarten, dass Maßnahmen ergriffen werden und das schnell.

 

Diese Forderung der Wanderarbeiter ist berechtigt und kommt nicht von ungefähr, war und sind es doch letztendlich sie, welche erheblich zum Boom in China beigetragen haben und damit gewissermaßen der Motor der Wirtschaft sind. Sie waren es, welche aus den armen ländlichen Gebieten aufbrachen, um in den Industriemetropolen einen kleinen Wohlstand zu erarbeiten und das überwiegend für niedrigste Löhne und unter teilweise erbärmlichen Bedingungen. Ohne ihre Leistungen, würden die Stadtbewohner heute lange nicht so gut und angenehm leben.

Durch den Boom der vergangenen Jahre, bekamen die Wanderarbeiter natürlich auch etwas ab. Zeitweise wurden sie gar zur „Mangelware“ was zu einer Erhöhung ihrer Löhne führte. Gerade in den Ostprovinzen, konnten sie teilweise um bis zu 80 Prozent mehr Lohn einfahren. Diese Situation erlaubte ihnen, zunehmend unterbezahlte Arbeit zurückzuweisen, bis hin sich einen guten Job auszusuchen. Dieser positive Trend ist nun seit spätestens dem letzten Quartal des vergangenen Jahres durch die ausgebrochene globale Krise gestoppt worden und droht sich in den negativen Bereich zurückzukehren.

Das Land befindet sich in seiner schwersten Wirtschaftskrise seit dem Beginn der Reformen 1978 und es wird ein Kraftakt sonder gleichen diese zu bewältigen. Von Außen wird China nicht auf Hilfe hoffen können, denn die westlichen Volkswirtschaften befinden sich ein einer noch schlimmeren Lage. Sie stecken in ihrer schwersten Krise seit der Depression Ende der 20`iger Jahre.

von Ingo
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