Sunday, 8. february 2009 7 08 /02 /Feb. /2009 20:46
Nach dem Winter kommt die Dürre.
Vor fast genau einem Jahr hatte das Winterchaos China voll im Griff. Vielen wird es in dieser schnelllebigen Zeit kaum noch in Erinnerung sein.
Damals hatte der Winter kaum bekannte Ausmaße angenommen und Provinzen voll im Griff, welche heute am stärksten unter der Dürre zu leiden haben. Es waren die nördlichen, nordwestlichen und südlichen Landesteile, welche unter den Schneemassen zusammenbrachen.
Dazu gehörten unter anderem die Provinzen  Jiangxi,  Hubei, Shanxi, Anhui und Hunan, welche am stärksten betroffen waren.
Wie sich die Bilder gleichen. Die Dürre hat die Provinzen Henan, Anhui, Hebei, Shanxi, Jiangsu, Shandong, Shaanxi und Gansu mit voller Härte getroffen. Sie hatte bereits im vergangenen November begonnen, war aber als solche noch nicht auszumachen. So verwundert es nicht, dass es erst jetzt die dramatischen Formen angenommen hat.
Hatten im vergangenen Jahr die Menschen mit zugefrorenen Leitungen, kollabierenden Heizungsystemen zu kämpfen, so ist es jetzt der akute Trinkwassermangel, welcher die Menschen trifft. Dazu kommt der teilweise komplette Ernteausfall.
Eine Dürreperiode ist ja an Sich nichts neues, aber die Dauer überrascht dann doch. Kaum jemals seien die Auswirkungen so schlimm gewesen wie jetzt, so Leiter des staatlichen Wetteramts, Zheng Guoguang gegenüber der Presse.
War es im vergangenen Jahr die Millionenmetropole Shanghai, welche vom Winterchaos schwer getroffen wurde, so ist es jetzt die Millionenmetropole Peking. Chinas Hauptstadt hat seit nunmehr 100 Tagen keinen Regentropfen mehr gesehen.
Vor allem die betroffene Provinz Henan wird Auswirkungen auf Gesamtchina habe, werden doch hier etwa 30 Prozent der gesamten chinesischen Weizenproduktion abgedeckt.
Eine Besserung scheint vorerst nicht in Sicht. Den Prognosen zufolge, wird auch in den nächsten 10 Tagen kein Tropfen Regen fallen, eventuell ist mit etwas Schnee zurechnen. Inzwischen sind laut der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua Zehntausende Hilfskräfte im Einsatz sein. Dazu gehören Expertenteams, welche die Bauern bei der Bewässerung Unterstützung und Beratung geben sollen. Von Seiten des Finanzministeriums wurden fast 13 Mio. US Dollar an Subventionen für die Landwirtschaft eingestellt und die Regierung hat ein 440 Mio. US Dollar schweres Hilfsprogramm aufgelegt, so China Radio International.
Diese Dürre ist vom Menschen verursacht so der WWF. Es sei Ausdruck einer umfassenden und allgemeinen Wasserkrise in China. Verursacht und Verstärkt wird die Situation durch Wasserverschwendung  und Bodenerosionen. Allein in den letzten 60 Jahren, hat sich der Wasserbrauch etwa verfünffacht. Von der Brauchmenge gehen ca. 70 Prozent in die Landwirtschaft. Das dramatische daran ist, dass Bewässerungsanlagen veraltet sind, was zu einer außerordentlich hohen Verdunstungsrate führt. Schätzungen zufolge, kommt gerade einmal die Hälfte des transportierten Wasser direkt auf den Feldern an. Dazu kommt, dass durch die starke Zunahme von Staudämmen, Flüsse ausgetrocknet sind.
 
von Ingo
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