Tuesday, 3. february 2009 2 03 /02 /Feb. /2009 21:23
Es ist schon erstaunlich was man so in den letzten Tagen alles zu lesen bekommt.
Die Größen in Davos wankten im Sturm der globalen Krise und so langsam hat man den Eindruck, dass Sie sich im Tal der Ahnungslosen bewegen.
Die Hoffnungen auf die geschnürten Konjunkturpakete schwinden. Die Angst vor einem möglichen Protektionismus der USA wächst.
Auch wenn es sich für die US-Wirtschaft anfänglich recht gut anlassen würde, so droht es letztendlich in ein Fiasko zu enden. Zu global und zu vernetzt ist inzwischen die Welt, als dass sich eine Volkswirtschaft von ihr noch entkoppeln könnte. Der Bummergang würde konsequent folgen.
Inzwischen schwenkt der Internationale Währungsfond in seiner Bewertung bezüglich Asiens um. Er gesteht Asien die künftige Konjunkturlokomotive zu. Der IWF geht davon aus, dass die asiatischen Staaten in der Lage sein werden, die Volkswirtschaften zu sein, die Ende dieses Jahres als erste Fahrt aufnehmen und den „ Rest „ der Welt mitziehen. Für dieses Jahr erwartet man 2,7 Prozent Zuwachs. Im Angesicht eines Schrumpfens der europäischen und US-Wirtschaft ist das schon erheblich. Diese Einschätzung ist neu und zeigt an Sich, wie verschlissen die alten Wirtschaftsnationen inzwischen sind.
Die Spitze der Lokomotive dürfte China darstellen. Hatte der IWF bis vor ein paar Wochen der chinesischen Volkswirtschaft noch nicht einmal 7 Prozent Wachstum für dieses Jahr zugestanden, so gab IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn nun bekannt, dass 8 Prozent durchaus möglich seien.
Zuvor hatte bereits der Der Chef des Hong Kong Monetary Authority (HKMA), Joseph Yam erklärt, dass es China gelingen wird, in diesem Jahr ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum vom etwa 8 Prozent zu erreichen. Gegenüber dem International Währungsfonds gerichtet, kritisierte er, dass die prognostizierten 6,7 Prozent falsch seien.
Er unterstellte dem IWF, dass dieser nicht in vollem Umfang verstehe, was die sozialistische Regierung Chinas in der Marktwirtschaft bewegen könne.
Deutlich wird die Auffassung von Yam in der Äußerung des chinesischen Ministerpräsident Wen Jiabao. Gegenüber der Financial Times betonte er in einem Interview, dass die Regierung in der Lage sei, weitere, zeitnahe und entscheidende Maßnahmen ergreifen zu können. Das deutet darauf hin, dass man neben den bereits aufgestellten 456 Mrd. Euro schweren Programms durchaus noch etwas drauf legen wird, um gegen einen wirtschaftlichen Rückgang entgegenzusteuern.
Klar ist, dass China dazu verurteilt ist, die 8 Prozent Wachstum zu schaffen. Es ist die magische Grenze, welche verhindert, dass Arbeitslosigkeit ausufert und die sozialen Spannungen weiter anheizen würde. So ist es denn auch nicht verwunderlich, dass Wen Jiabao in dem Financial Times – Interview auch erklärte, dass man gegebenenfalls an die fast 2 Bio. US Dollar Devisenreserven gehen würde, um das Ziel zu erreichen.
Diese Möglichkeit würde aber die USA vor massiven Problemen stellen, hieße doch solch eine Entscheidung, dass China seinen Kauf von US Staatsanleihen zurückfahren könnte. Sollte das geschehen stellt sich die ernsthafte Frage, woher bekommen die USA neues Kapital ? Es dürfte nun auch beim letzten die Erkenntnis gereift sein, dass es neben Japan, vor allem China war und ist, welche die Wirtschaftsnation Nummer Eins dieser Welt finanziert. China verfügte mit Ende November vorigen Jahres über US Staatsanleihen in Höhe von etwa 682 Mrd. US Dollar und hatte Japan etwa Mitte vergangenen Jahres als größten US – Gläubiger abgelöst.
In diesem Zusammenhang verwies Wen Jiabao auch auf die Frage der Währungsstabilität. In Richtung des neuen US – Finanzministers Tim Geithner kann die Äußerung gewertet werden, in welcher Wen betonte, dass ein stabiler Yuan nicht nur für China, sondern für die Weltwirtschaft wichtig und von Bedeutung sei. Geithner hatte nichts Besseres zu tun, als in seinen ersten Auftritten, China der Kursmanipulation zu bezichtigen. Vielleicht sollte sich die neue Administration der USA ihre zukünftig globale Wirtschaftspolitik genau überlegen.
Erst Warnschüsse kamen auch bereits vom Nachbarn Kanada. Hier könnte sich der nächste Knatsch anbahnen.
 
von Ingo
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