Friday, 30. january 2009 5 30 /01 /Jan. /2009 15:59
Das wir uns global in der schlimmsten Krise seit Jahrzehnten befinden, einige sprechen von 40 Jahren andere seit der letzten Depression, müsste eigentlich beim letzten angekommen sein.
Das Geld rollt nicht, Kredite werden nicht ausgereicht, Konzerne entlassen im Minutentakt in Größenordnungen die wir in dieser Form noch nicht gesehen haben. Die Airline – Branche rechnet mit einer harten Landung und die Autobranche steht trotz Abwrackprämie vor dem Kollaps.
Der Rettungsschirm der Bundesregierung, welcher mit fast 500 Mrd. Euro über die Bankenlandschaft gespannt wurde, verpufft.
Dafür werden immer mehr Hiobbotschaften über den steigenden Berg von faulen Krediten laut. Inzwischen wird darüber spekuliert, ob dieser Berg nun näher bei 300 Mrd. oder näher bei 600 Mrd. Euro liegt. Allein die Erkenntnis, dass der Berg zu einer realen Gefahr geworden ist, welcher dass Finanzsystem endgültig zusammenbrechen lassen könnte, bringt die Regierung dazu, über einen weiteren Rettungsplan nachzudenken.
Seit Tagen geistert durch die Presselandschaft der Name „ Bad Bank „. Eigentlich ist der Name falsch, denn der bösen Bank sollen die finanziellen Risiken der eigentlich bösen Banken übergeholfen werden. Somit ist die Bad Bank eine Good Bank.

Neu ist dieses System aber dennoch nicht.

Bis vor nicht all zu langer Zeit, zog die westliche Finanzwelt und Analysten naserümpfend über das chinesische Finanzsystem her. Viele Bank – Analysten, von diesen existieren wegen der Pleitewelle kaum noch welche, hatten den Banken Chinas einen Kollaps prophezeit.
Nun einige Jahre später, stehen die Banken Chinas in einer guten Form da, so hat es der Chef von Morgan Stanley Asia, Stephen S. Roach in einem Interview mit der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua bezeichnet, und die westlichen Banken taumeln in zunehmender Hilflosigkeit in die Arme des jeweiligen Staates. In diesen Armen befanden und befinden sich die wichtigsten Banken Chinas, aus gutem Grund, und sie sind im Angesicht der Krise stärker denn je zuvor. Erinnert sich noch jemand daran, dass die Chinesen mit einem Bargeldkoffer vor der Tür standen um die Dresdner Bank zu kaufen? Vielleicht war es auch nur eine halbherzige und mit der Regierung nicht abgesprochene Ambition, letztlich muss man sagen, die Commerzbank hat sich verschluckt.

Aber auch hier musste viel Lehrgeld gezahlt werden. So hatte China genau den Weg beschritten, über welchen im Augenblick in Deutschland und den USA diskutiert wird, nämlich die Gründung von „ Bad Banks „.
Die Entstehung dieser Banken reicht bis in das Ende der 90ìger und Anfang 2000 zurück. Die Banken waren mit Problemkrediten in Höhe von 50 bis 60 Prozent ihrer Gesamtkredite belastet. Noch Ende 2002 schätzte der Asien-Chef von Goldman Sachs, Fred Hu das Volumen aus  373 Mrd. US Dollar.
Um diese Probleme in den Griff zu bekommen, gründete man in China Vermögensverwaltungen, man nahm nicht den Begriff Bad Bank, welche einerseits die Notleidenden Kredite übernahmen, aber auch die Funktion hatten, diese zu verwalten und zu verkaufen.

Eine solche Vermögensverwaltung, oder Bad Bank, war die Huarong Asset Management Co. Sie übernahm beispielsweise die Not leidenden Kredite der Industrial and Commercial Bank of China (ICBC). Unter dem Strich handelte es sich aber um Kredite, welche unwiederbringlich verloren waren.
Als die Huarong einstieg, hatte sie immerhin Aktiva in Höhe von 50 Mrd. US Dollar vor sich. Diese betrafen damals Kredite, welche an 71.000 Unternehmen, fast ausschließlich Staatsunternehmen, ausgereicht wurden. Insgesamt hatte die Huarong Asset Management  letztlich mit einer Verlustverwaltung in Höhe von etwa 160 Mrd. US Dollar zu tun.
Es kamen weitere Bad Banks wie die Cinda Asset Management Co., China Orient Asset Management Co. und China Great Wall Asset Management Co. hinzu.
Diese waren für die Not leidenden Kredite der drei anderen Haupt-Geschäftsbanken, der Agriculture Bank of China China Construction Bank und Bank of China zuständig.

Inzwischen sind, bis auf die Agriculture Bank of China alle drei Banken in einem hohen Emissionsvolumen an die Börsen gegangen. Das war zurückschauend ein glücklicher Umstand für viele westliche Banken, welche sich damals zu einem guten Preis in die IPOs einkauften und es jetzt in ihrer Finanznot gewinnbringend verkaufen konnten.
Die Agriculture Bank of China ist inzwischen auch umstrukturiert worden und plant einen Börsengang in Mrd. – Höhe. Über die NLP – Rate der chinesischen Banken spricht inzwischen keiner mehr. Sie befinden sich auf internationalem Niveau. Fraglich ist, ob sich die westlichen Banken noch auf diesem Niveau befinden.
Vielleicht hat ja unsere Kanzlerin beim Frühstück mit Chinas Premier Wen Jiabao auch darüber gesprochen, um dessen Erfahrungen einzusammeln.
von Ingo
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