Monday, 26. january 2009
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In der vergangenen Woche, wurden offiziell die lang erwarteten Wirtschaftszahlen Chinas für das vierte Quartal veröffentlicht und sie zeigten die Auswirkung der globalen Krise sehr deutlich. Laut
der aktuellen Meldung des chinesischen Statistikbüros, Wuchs das chinesische GDP im vierten Quartal um 6,8 Prozent. Es befindet sich damit im Bereich der Schätzungen von Bloomberg und Dow Jones
befragten Volkswirten. Damit setzte sich die Verlangsamung seit Jahresbeginn fort. Im ersten Quartal betrug das Wachstum 10,6 Prozent, im zweiten bei 10,1 Prozent und im dritten Quartal 9 Prozent.
Durch den Einbruch im vierten Quartal, wurde für das Gesamtjahr ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von 9 Prozent erzielt. Das Volumen wird vom Büro mit 30.067 Mrd. Yuan beziffert. Nach
jüngster Schätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) betrug 2008 das Wachstumstempo der Weltwirtschaft 3,7 Prozent. Der Anteil der chinesischen Wirtschaft an der Weltwirtschaftsentwicklung
habe mit seinen 9 Prozent immer noch über 20 Prozent beigetragen. In 2007 betrug das GDP korrigiert 13 Prozent. Damit lag die Wachstumsrate in 2008 auf dem tiefsten Stand seit sieben Jahren. Allein
in den letzten fünf Jahren war die Wachstumsrate immer im zweistelligen Bereich angesiedelt und führte in 2007 nach der Korrektur dazu, dass China zur dritt größten Wirtschaftsmacht, nach den USA
und Japan, aufrückte und Deutschland auf den vierten Platz verwies. Für das Jahr 2009 schwanken die Prognosen der Volkswirte zwischen 5 und 8 Prozent Wachstum. So hat das Daiwa Institute of
Research seine bisherige Wachstumserwartung von 7,5 Prozent auf 6,5 Prozent reduziert. JPMorgan Chase & Co. senkte seine Prognose für dieses Jahr von bisher 7,8 Prozent auf 7,5 Prozent und die
Citigroup Inc. von 8,2 Prozent auf 7,6 Prozent. Aus China selbst kommt das klare Ziel, dass mindestens 8 Prozent zu schaffen seien. So sieht es auch der Asien-Chef-Ökonom bei der Citigroup in
Hongkong, Huang Yiping. Er erwartet, dass die chinesische Führung alles tun wird, um eine wirtschaftliche Expansion von rund 8 Prozent zu erreichen, die für die Schaffung von Arbeitsplätzen
notwendig sind. Bei den Wachstumszahlen ist es gerade der Bereich der Primär – Industrie, welcher Sorge bereitet. Sie konnte in 2008 gegenüber 2007 im Durchschnitt um lediglich 5,5 Prozent zulegen.
Die Wertschöpfung der sekundären Industrie lag mit 9,3 Prozent über dem Durchschnitt. Im vergangenen Jahr stieg die Wertschöpfung der Industrie-Unternehmen insgesamt zwar um 12,9 Prozent gegenüber
2007, lag aber um 5,6 Prozent unter der Wachstumsrate in 2007 zum Vorjahr. Die Unternehmen mit staatlicher Beteiligung lagen mit einem Anstieg von 9,1 Prozent weit unter dem Durchschnitt und
Unternehmen mit Beteiligung von ausländischen Investoren mit 15 Prozent weit über dem Durchschnitt. Das Wachstum der Schwerindustrie legte 13,2 Prozent zu und das der Leichtindustrie 12,3 Prozent.
Die Gewinne der Industrieunternehmen stiegen In den ersten elf Monaten des Jahres 2008 gegenüber 2007 um 4,9 Prozent und erreichten damit ein Volumen von 2.406,6 Milliarden Yuan. Der Gesamtumsatz
von Konsumgütern erreichte mit 10.848,8 Mrd. Yuan, ein Wachstum von 21,6 Prozent und lag um 4,8 Prozentpunkte höher als im Vorjahr. Positiv hatte sich der Landwirtschaftsbereich entwickelt. Laut
dem Statistikbüro stieg die Gesamtproduktion von Getreide um 5,4 Prozent, oder 26,9 Mio. Tonnen, auf 528,5 Mio. Tonnen. Es war das fünfte Jahr in Folge mit einem Anstieg der Getreideproduktion.
Auch in der Fleischproduktion wurde eine Zunahme verzeichnet. Sie stieg um 5,9 Prozent auf 72,50 Millionen Tonnen. Die Bestände an Schweinen konnten sich wieder erholen und lag um 4,5 Prozent zum
Ende des Jahres über den Zahlen von 2007. Im Investitionsbereich erreichte das Anlagevermögen des Landes 17.229,1 Mrd. Yuan, ein Wachstum von 25,5 Prozent. Davon gingen Investitionen in städtischen
Gebieten in Höhe von 14.816,7 Mrd. Yuan, ein Plus von 26,1 Prozent. In den ländlichen Gebieten wurden 2412,4 Milliarden Yuan investiert, ein Plus von 21,5 Prozent. Der Gesamtwert der ausländischen
Direktinvestitionen (FDI) welche im vergangenen Jahr tatsächlich genutzt wurden, lag bei 92,395 Milliarden US-Dollar, eine Steigerung von 23,6 Prozent. Die durchschnittliche Inflationsrate lag bei
5,9 Prozent, 1,1 Prozentpunkte höher als in 2007. In den Städten lag die Rate bei 5,6 Prozent und in den ländlichen Räumen bei 6,5 Prozent Größter Preistreiber waren weiterhin die Lebensmittel.
Diese stiegen um 14,3 Prozent. Im Wohnungsbau – Bereich kam es zu einem Anstieg von 5,5 Prozent. Die Hersteller - Preise für gewerbliche Waren stiegen um 6,9 Prozent. Die Preise für Rohstoffe,
Brennstoffe und Energie stieg um 10,5 Prozent. Die Importe und Exporte hatten auf das Gesamtjahr gesehen ein stabiles und ein schnelleres Wachstum hingelegt. Dabei kam es im vierten Quartal zu
einer erheblichen Abschwächung. Das Gesamtvolumen der Importe und Exporte für das gesamte Jahr 2006 erreichte 2.561,6 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 17,8 Prozent. Dabei lag der Gesamtwert
der Ausfuhren 1.428,5 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 17,2 Prozent, und der der Einfuhren 1.133,1 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 18,5 Prozent. Daraus ergibt sich für 2008 ein
Handelsüberschuss von 295,5 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 32,8 Milliarden US-Dollar. Die Devisenreserven Chinas erreichten mit Ende 2008 das Volumen von 1,95 Billionen US-Dollar. Gegenüber
Ende 2007 war das ein Plus von 27,3 Prozent. Im vergangenen Jahr gelang es in China die Zahl der Beschäftigten auf Jahressicht stabil zu halten und die Einkommen anzuheben. Es täuscht dennoch nicht
darüber hinweg, dass die Zahl der Arbeitslosen mit dem vierten Quartal gestiegen sind und hier vor allem in den Industrie- Städten. So lag die offizielle städtische Arbeitslosenquote am Ende des
Jahres bei 4,2 Prozent. Ende November lag sie bei 4 Prozent und ein weiterer Anstieg dürfte folgen. Das Pro-Kopf-Einkommen der Stadtbewohner stieg im vergangenen Jahr gegenüber 2007 um 14,5 Prozent
auf 15.781 Yuan (2.307 USD). Das Pro-Kopf-Einkommen der Einwohner im ländlichen Raum stieg um durchschnittlich 15 Prozent auf 4.761 Yuan (700 USD). Die Spareinlagen der privaten Haushalte belief
sich auf 21,8 Billionen Yuan (3,2 Bio. USD). Das war laut dem Statistikbüro gegenüber 2007 eine Zunahme von 4,535 Bio. Yuan (663 Mrd. USD). Die internationale Finanzkrise wirkte und wirkt sich auch
auf die chinesische Wirtschaft aus und hinterlässt erste nachhaltige negative Folgen. Chinas Premier Wen Jiabao verwies dann auch darauf, dass es im ersten Quartal darauf ankomme, die Verlangsamung
der Wirtschaft zu stoppen und die soziale Stabilität inmitten der schlechten Aussichten für Arbeitsplätze zu wahren. Gerade die Frage der sozialen Ruhe wird eines der größten Probleme in diesem
Jahr, so Wang Tao, China-Ökonom bei der UBS AG in Peking. Er befürchtet, dass bis zu 10 Millionen Menschen ihren Job in der Exportindustrie und nochmals 5 Millionen im Baubereich verlieren werden.
Das führe zu Unruhen, so Wang. Ma Jiantang, Leiter des Statistikbüros wies darauf hin, dass sich internationale Finanzkrise weiter vertiefen und ausbreiten wird. Das habe weiter zunehmenden
negativen Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft, so Ma Jiantang. Um dieser begegnen zu können, hat die Regierung das 585 Mrd. US Dollar schwere Paket zur Stimulierung aufgelegt. Es wird zur
Senkung der Export-Steuern kommen, wie auch zur Steuersenkungen und Subventionen für die Stahl- und Autoindustrie. Dazu sind die staatlichen Banken angehalten, ihre Kreditvergabe zu erhöhen.
Dennoch hat China ein großes Problem und das heißt Überkapazität. Die Weltmärkte seien derzeit und wohl auch in den nächsten Monaten nicht in der Lage die Menge an Waren, welche in China für den
Export produziert werden, aufzunehmen, so Ryan Atkinson von der Balestra Capital. Bei allen negativen Faktoren gibt sich Ma Jiantang dennoch optimistisch für dieses Jahr. Die chinesische Wirtschaft
habe nach wie vor positive Wachstumstrends verzeichnet. Eine Rate von 9 Prozent im Angesicht der globalen Krise sowie der Naturkatastrophen die China im vergangenen Jahr heimsuchten, sind ein
starkes Wachstum. Einig ist man sich unter den chinesischen Ökonomen, dass die ersten zwei Quartale des laufenden Jahres hart werden und sich die Wirtschaft langsamer entwickeln wird. Ab der
zweiten Jahreshälfte 2009 wird sie sich beschleunigen um bis 2010 wieder ein gesundes Niveau erreicht zu haben. Vor dem Morgengrauen kommt die Dämmerung, so Ma Jiantang.
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