Artikel teilen! ( 18 ) Das Grass-Land, der Ausritt und ein Unfall: Ein Hallo in die Runde, wie angekuendigt heute ein weiterer Bericht ...
Ein Hallo in die Runde,
wie angekuendigt heute ein weiterer Bericht unserer Reise.
Dieses mal geht es in das Grass-Land der inneren Mongolei. Um dort hin zu gelangen brauchten wir etwa 2 Stunden Autofahrt, fuer chinesische Weiten ein kurzes Stueck.
Leider wurden aus 2 Stunden geplanter Fahrt am Ende 4 Stunden, da wir einen Unfall hatten. Dazu gleich mehr.
Die Fahrt ging frueh Morgens los. Wie an fast allen anderen Tagen wieder bei Sonnenschein und Temperaturen um die 25 Grad.
Die Strecke fuehrte in Richtung der Hauptstadt der inneren Mongolei Hohhot. Von dort dann in Richtung mongolischer Grenze immer bergauf. Der Anstieg war aber kaum spuerbar, da sich die Strecke zog.
Bei unserer Fahrt passierten wir etliche kleinere Staedte.
Wie ich schon geschrieben hatte, bedarf es ausserordentlicher Fahrkuenste.
In einer solchen Kleinstadt marschierte ein Hund ( auf dem Foto ) anscheinend voellig unbeeindruckt vom Verkehr ueber die Strasse. Ein rechts von uns fahrendes Fahrzeug hielt bereits und auch wir bremsten ab.
Bevor wir ganz zum stehen kamen knallte es ploetzlich und wir bekamen einen kreaftigen Schubser.
Ein nachfolgendes Vehikel von Fahrzeug hatte es nicht mehr rechtzeitig geschafft anzuhalten und war aufgefahren.
Der Hund legte sich gemuetlich an den Strassenrand und schaute sich das dann anlaufende Geschehen eher gelangweilt an. Was nun Folgte, war ein Lehrstueck der
Unfallabwicklung in China. Leute ich kann euch sagen, wir wuerden in Deutschland wohl alle schon grauhaarig und frustriert durch die Gegend rennen wenn es so bei uns ablaufen
wuerde.
Auf jeden Fall verursachte der Blechschaden, uns war nichts passiert, ein erheblichen Auflauf. Hervorgerufen durch den Unfall an sich und dass dann da noch so zwei merkwuerdige Auslaender aus dem Auto stiegen.
Dongs Schwager, ein ansonsten absolut lustiger Typ, telefonierte ziemlich genervt.
Der Verursacher, ein aelterer Herr, stand mit regungsloser Mine dabei. Die Schwester textete ihn regelrecht zu. Wir warteten nun auf die Polizei. Dabei blieben die Fahrzeuge so stehen wie zum Unfallzeitpunkt, was zu einem gewissen Durcheinander
fuehrte an welcher auch die Menschentraube nicht ganz unbeteiligt war.
Es kam immer wieder ein Polizeifahrzeug vorbei. Aber wenn man nun denkt das die anhalten und vielleicht die Unfallstelle absichern, dann ist man schief gewickelt.
Sie schauten maximal mit einem gewissen Interesse aus dem Fenster und fuhren vorbei. Der Grund, sie sind nicht fuer Unfealle zusteandig und somit auch nicht fuer das Geschehen rund herum. Nach
etwa 30 Minuten kamen dann die zusteandigen Beamten, scheuchten die Leute von der Fahrbahn, machten ein paar Aufnahmen und forderten uns dann
auf zur Polizeistation zu folgen.
Dort wurden beide Fahrzeuge auf einen Hof mit weiteren Schrott-Fahrzeugen abgestellt. Die weitere Abwicklung lauft dann ganz einfach so weiter, dass es fuer die
Polizei bis dahin erledigt ist und die Beteiligten sich nun selbst ueberlassen sind um die geldliche Frage zu klaeren. Hier laeuft es nicht so ohne weiteres Versicherungstechnisch ab wie bei uns.
Die Fahrzeuge werden auch erst dann wieder herausgegeben, wenn beide Seiten bei der Polizei schriftlich besteatigen, dass man sich geeinigt habe. Die Schwester redete auf den Verursacher ein und da der sich stur stelle, er habe kein Geld, geriet sie in Rage. Nach etwa einer
Stunde willigte er zur Zahlung von umgerechnet 50 Euro ein. Der Blechschaden an unserem Auto betrug ca. 200 Euro. Fuer uns wenig, hier sehr viel Geld ( mindestens 1 Monatslohn ). Dazu kam, dass
der Schwager das Auto ja nur geliehen hatte, aber sein Freund sah das wohl nicht so verbissen.
Auf dem Geleande der Polizeistation erlebten wir dann noch eine Art Demonstration ( Bild rechts ). Der Eingang war von Leuten blockiert und sie hatten Transparente aufgehangen. Ein Polizeiauto soll einen Unfall verursacht haben
bei dem ein Angehoeriger der Demonstranten zu Tode kam. Der Poliziebeamte wurde ihrer Auffassung nach nicht ausreichend bestraft und aus diesem Grund verharrte die Gruppe vor der
Station.
Wir selbst konnten unsere Fahrt nach der entsprechenden Unterschrift weiter fortsetzen und zum Glueck kehrte auch die gute Laune sehr schnell zurueck. Dazu trug ein
ordentliches Mittagsmahl bei, welches wir auf Grund der vortgeschrittenen Zeit in diesem Ort einnahmen. Dazu tauchten wir in eine Seitenstrasse ab und gingen in ein Lokal wie man
es alle Meter zu Gesicht bekommt. Von aussen her wuerden wir wahrscheinlich nie in ein solches gehen, aber wenn man hinter die Fassade schaut ist man immer wieder positiv ueberrascht was sich
dahinter verbirgt. Es wurde reichlich bestellt und war mongolische Kueche. Was soll ich sagen, es hat wieder einmal echt gemundet und Magentabletten brauchten wir bis heute nicht. Als leckere
Angelegenheit betrachtete Biggi vor allem die Huehnerfuesse. Diese hatten wir schon einmal in Hamburg bei anderen
chinesischen Freunden zu essen bekommen. Daher nicht unbekannt nur im Geschmack und in der Zubereitung etwas anders.
Nach dem Essen dann das letzte Stueck durch die mongolische Weite.
Die Bilderflut die auf uns einstuerzte war wieder einmal erschlagend. Immer wieder mussten wir mal kurz anhalten um Fotos zu schiessen.
Viele von den Bildern die ihr in unseren Fotoalben sehen koennt, habe ich waehrend der Fahrt aus dem Auto heraus gemacht. Anders ging es nicht. Wir waeren wohl sonst nie an unsere Ziele angekommen.
Es war spannend die uralten Behausungen entlang der Strasse zu sehen. Der Ueberwiegende Teil ist aus reinem Lehm gebaut. Bewohnt sind noch einige erhaltene
Gebaeude, welche von wirklich armen Menschen bewohnt werden. Nur hin und wieder ist mal jemand zu sichten und ab und zu sind landwirtschaftlich aehnliche Gefeahrte wie ein Traktor zu
sehen.
Oben angekommen sind wir auf ein Areal gefahren, auf welchem mongolisch nachgebildete Steinhaeuser standen, wie ein kleines Dorf. Hier besteht fuer die Touristen
auch Uebernachtungsmoeglichkeiten. Natuerlich machten wir erst einmal einen ausfuehrlichen Rundgang und wurden wie immer freundlich begruesst. Aber dieses mal nicht von Chinesen, sondern von den
hier arbeitenden und lebenden Mongolen. Man kann sich echt vorstellen auf diesem Grassland einige Tage zu verbringen.
Das einzige was die ganze Sache truebt, sind die am Horizont zu sehenden Windkraftanlagen.
Ich hatte ja bereits geschrieben, dass es wohl nicht mehr all zu lange dauern wird und dann ist auch das letzte Stueck mit diesen Anlagen zugebaut. Dann ist Schluss mit der unendlichen Sichtweite.
In dem Areal befand sich ein Pferdekoppel und natuerlich wollten wir einen
kleinen Ausritt machen. Das war ja schliesslich ein Grund fuer diesen Ausflug.
Dong und ich machten den Anfang.
Ganz ehrlich gesagt, mir war anfangs etwas mulmig zumute, habe ich doch noch nie auf einen Pferderuecken gesessen. Das Aufsitzen ging gut, dann schaukelte ich aber die ersten hundert Meter mehr als das es ueberhaupt nach reiten aussah. Insgedamt hatten wir fuer eine Stunde gebucht. Natuerlich wurden die Pferde von Mongolen gefuehrt.
Uns folgten dann Biggi und Dongs Schwester.
Beim Aufsitzen mussten Biggi wohl zwei Leute helfen, ansonsten machte sie aber eine gute Figur. Biggis Befuerchtung war vor
allem, dass die mongolischen Steppenpferde sie nicht tragen koennten. Aber es waren kraeftige Roesser, also kein Problem.
Die eine Stunde hoch zu Ross war ein wahrer Genuss.
Die Weite, die Stille und das Pferdeschnauben waren ueberwealtigend.
Dann noch mitten auf dem Grassland ein Fotoschooting und es ging zurueck, wobei wir auch einen kurzen Trab riskierten.
Am Ende muss ich konstantieren, super Sache, aber Biggi und mir taten der Hintern weh. Nach diesem Aufenthalt ging die Fahrt weiter in das Grassland mit dem Ziel, echte Jurten aufzusuchen und dort eine kleine Pause einzulegen.
Danach stand dann die Rueckfahrt an, wobei wir in die Hauptstadt Hohhot noch hinein mussten. Dort warteten die vorbereiteten Hochzeitsbilder von Dongs Schwester und seinem Schwager.
Auch das wieder ein Erlebnis, von welchem ich demnaechst berichte.
Bis dahin viele Gruesse
Biggi, Ingo und Dong
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